TG-Express bringt zwei Punkte ins Ziel
Sonntag, 8. Oktober 2017 (15:58:39 Uhr)
Die Landesliga-Handballer der TG Biberach haben ihr zweites Heimspiel gewonnen. Im Lokalderby setzte sie sich gegen den TSB Ravensburg mit 23:21 (15:9) durch. Nachdem sich die Blau-Gelben zu Beginn einen hohen Vorsprung erarbeiteten, wurde es in der Schlussphase nochmal spannend und hektisch.
Die TG musste vor der Begegnung gegen Ravensburg zwei Ausfälle verkraften. Bogdan Botezatu konnte nicht auflaufen und da Timo Jans weiterhin verletzt ist, stand kein etatmäßiger Rechtsaußenspieler im Aufgebot der TG. Dafür wurde Ante Kovacevic, der ursprünglich nach der vergangenen Saison seine Handballschuhe an den Nagel gehängt hatte, für dieses Spiel reaktiviert und machte seine Sache hervorragend. Des Weiteren fiel Trainer Cosmin Popa krankheitsbedingt aus, für ihn gab Co-Trainer Dominic Ellek an der Seitenlinie die Kommandos.
Die TG knüpfte nahtlos an die erfolgreichen Begegnungen der vergangenen Woche an. Sie kam gut aus den Startlöchern und unter anderem drei Treffer von Linksaußen Tobias Baumgart sorgten für eine 5:1-Führung nach zehn Spielminuten. Nachdem sich die Ravensburger, die nach vier gespielten Ligapartien mit dem Rücken zur Wand stehen, ein wenig gefangen haben, kamen auch sie durch gefährliche Aktionen, vor allem von Rückraumspieler Simon Schmiedel, besser ins Spiel. Doch die TG spielte variabel im Angriff, stellte sie TSB-Deckung immer wieder vor neue Aufgaben und konnte durch Jonas Dück in der 25. Spielminute auf 14:7 stellen. „Wir haben flexibel im Angriff gespielt, kein Spieler fiel ab. Auch diejenigen, die ich später gebracht habe, waren sofort da und haben eine gute Leistung gezeigt“, war Ellek zufrieden mit der mannschaftlichen Geschlossenheit seiner Jungs. Auch in der Abwehr wusste die TG erneut zu überzeugen. „Die Deckung stand ähnlich stark wie in Lauterstein“, so Ellek.
Nachdem beim Stand von 15:9 die Seiten gewechselt wurden, blieb die TG auch im zweiten Durchgang konzentriert und dominant. Nachdem Simon Krattenmacher in der 42. Spielminute auf 20:13 erhöhte schien das Pendel in der PG-Arena endgültig auf die Seite der Blau-Gelben auszuschlagen. Doch dann folgte ein Einbruch im Spiel der TG. „Ravensburg stand mit dem Rücken zur Wand und musste deswegen etwas ändern“, beschreibt Ellek die Phase, in der der TSB neue Spieler brachte und auch die Abwehr umstellte. Der Angriffsmotor des TG-Express‘ geriet daraufhin gewaltig ins Stocken, von nun an sollten nur noch drei Treffer gelingen. Auf der anderen Seite schien die Mannschaft von Trainer Levente Farkas wieder Morgenluft zu wittern. Sie holte Tor um Tor auf und 3 Minuten vor Spielende konnte Claudius Frank mit seinem Treffer zum 22:20 auf zwei Tore verkürzen. Zudem sprachen die beiden Schiedsrichter aus Murrhardt in dieser hektischen Schlussphase viele Zeitstrafen aus, was dazu führte, dass die TG die Schlussminuten in doppelter Unterzahl absolvieren musste. Kritik an den Unparteiischen lässt Ellek jedoch nicht zu: „Das Gespann hat gut gepfiffen, die Entscheidungen gegen Ende waren okay.“
Die TG-Fans in der PG-Arena fieberten nun lautstark mit, wohlwissend dass die sichergeglaubten zwei Punkte in Gefahr sind. In dieser schwierigen Situation waren nun erfahrene Spieler wie Tobias Hermann und Stefan Beljic gefragt. Kapitän Hermann sorgte mit dem 23:20 für zwischenzeitliches Aufatmen. Doch Ravensburg war in Person von Julian Langlois von der Siebenmeterlinie erfolgreich. Zudem unterlief der TG ein technischer Fehler im Angriff, den darauffolgenden Konter konnte Tobias Hermann nur auf Kosten einer weiteren Zeitstrafe unterbinden. Die Ravensburger schafften es allerdings nicht durch einen schnellen Treffer für noch mehr Gefahr zu sorgen. Simon Ellek im Tor der TG parierte einen Wurf, einen weiteren blockte Dück. Beide hielten damit den Sieg fest.
„Zwar haben heute bestimmt einige einen höheren Sieg von uns erwartet. Für mich war es aber dennoch eine starke Leistung, wie wir zum Schluss in Unterzahl die Ruhe bewahrt haben und den Sieg über die Zeit gebracht haben. Vor allem für unsere jungen Spieler war das eine sehr lehrreiche Erfahrung“, resümiert Ellek.
Es spielten: Drenceanu, Ellek; Betz, Krattenmacher (1), Kovacevic (2), Baumgart (3), S. Krais (2), Kruse, Wille (1), D. Krais (3), Beljic (4/2), Hermann (3), Braun (2/2), Dück (2).
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